Solarzellen-Wirkungsgrad Vergleichstabelle

Vergleich der Wirkungsgrade verschiedener Solarzellen-Technologien: mono-/polykristallines Silizium, Dünnschicht (CIGS, CdTe), Perowskit und Tandem. Labor- und kommerzielle Werte.


SOLARZELLE

Übersicht

Der Wirkungsgrad (η) ist der wichtigste Kennwert einer Solarzelle. Er gibt an, welcher Anteil der eingestrahlten Sonnenenergie in elektrische Energie umgewandelt wird. Die Bandbreite reicht von ~10 % bei amorphem Silizium bis über 47 % bei Mehrfach-Tandemzellen im Labor.

Diese Vergleichstabelle stellt die aktuellen Rekord-Wirkungsgrade (Laborzelle, NREL-bestätigt) den kommerziellen Modulwirkungsgraden gegenüber. Die Differenz zwischen Labor und Modul ergibt sich aus Skalierungsverlusten, Verschaltung und Einkapselung.

Verwenden Sie unseren Füllfaktor-Rechner und I-V-Kurven Parameterextraktion, um den Wirkungsgrad Ihrer eigenen Messungen zu berechnen.

Referenztabelle

Solarzellen-Wirkungsgrad Vergleichstabelle
TechnologieMaterialRekord η (Labor) (%)Kommerziell η (Modul) (%)Typischer FF (%)Degradation (%/Jahr)Marktstatus
Mono-Si PERC c-Si 24,5 20–22 80–83 0,3–0,5 Marktführer (~60 %)
Mono-Si TOPCon c-Si (n-Typ) 26,8 21–24 82–85 0,3–0,4 Starkes Wachstum
Mono-Si HJT c-Si + a-Si 27,1 22–25 83–86 0,3–0,4 Premium-Segment
Mono-Si IBC c-Si (n-Typ) 26,7 22–25 82–85 0,2–0,4 Nische (SunPower)
Poly-Si BSF mc-Si 23,3 17–19 76–80 0,4–0,6 Auslaufmodell
CIGS Cu(In,Ga)Se₂ 23,6 15–18 75–80 0,3–0,6 Nische (Fassaden)
CdTe CdTe 22,6 18–20 78–82 0,3–0,5 First Solar dominiert
a-Si a-Si:H 14,0 8–12 65–72 0,5–1,0 Nische (BIPV)
Perowskit (Einzel) MAPbI₃ / FAPbI₃ 26,7 16–20 78–84 1–5 Kommerzialisierung
Perowskit/Si-Tandem Perowskit + c-Si 33,9 80–85 F&E / Pilotlinien
GaAs (Einzel) GaAs 29,1 25–28 85–88 < 0,2 Raumfahrt / CPV
III-V Multijunction InGaP/GaAs/InGaAs 47,6 38–42 85–90 < 0,2 Raumfahrt / CPV
OPV (organisch) Polymer/Fulleren 19,2 8–12 65–75 2–10 F&E / Nische

Hinweise zur Nutzung

1. Laborrekorde nach NREL Best Research-Cell Efficiency Chart (Stand Q1/2026). Kommerzielle Modulwirkungsgrade repräsentieren die am Markt verfügbare Bandbreite.

2. Der Füllfaktor (FF) ist ein Maß für die Qualität der I-V-Kurve. Höhere FF-Werte deuten auf geringere ohmsche Verluste und bessere Diodenqualität hin.

3. Die Degradationsrate gibt den jährlichen Wirkungsgradverlust unter Betriebsbedingungen an. Kristallines Silizium ist mit 0,3–0,5 %/Jahr am stabilsten.

4. Perowskit-Zellen zeigen trotz hoher Laborwirkungsgrade noch erhebliche Stabilitätsprobleme (Feuchte, UV, Temperatur). Die Kommerzialisierung schreitet voran, aber Langzeitdaten fehlen.

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Häufig gestellte Fragen

Welche Solarzellen-Technologie hat den höchsten Wirkungsgrad?

III-V-Multijunction-Zellen erreichen den absoluten Rekord mit 47,6 % unter konzentriertem Sonnenlicht. Für Flachkollektor-Anwendungen führen Perowskit/Silizium-Tandemzellen mit 33,9 %. Im kommerziellen Massenmarkt erreichen HJT- und IBC-Siliziummodule 22–25 %.

Warum ist der Modulwirkungsgrad niedriger als der Zellwirkungsgrad?

Bei der Verschaltung zur Modulebene treten mehrere Verluste auf: Zellabstände (inaktive Fläche, ~2–3 %), Verschaltungswiderstand (~1 %), Glasreflexion (~2–4 %), Mismatch zwischen Zellen (~1 %) und Einkapselungsverluste. Insgesamt verliert ein typisches Modul 3–5 Prozentpunkte gegenüber der Einzelzelle.

Was bedeutet die Degradationsrate für die Lebensdauer?

Die Degradationsrate bestimmt, wie schnell ein Modul an Leistung verliert. Bei 0,4 %/Jahr hat ein Siliziummodul nach 25 Jahren noch ~90 % seiner Ausgangsleistung. Hersteller garantieren typisch 80 % nach 25–30 Jahren. Perowskit-Zellen degradieren derzeit deutlich schneller (1–5 %/Jahr).

Quellen und Referenzen