SOC-OCV Referenzwerte

State of Charge (SOC) und Open Circuit Voltage (OCV) Zuordnungsstruktur für Li-Ion NMC, LiFePO₄, NiMH und Blei-Säure. Konkrete Spannungswerte sind zell-, temperatur- und testprotokollabhängig.


BATTERIE

Übersicht

Die Leerlaufspannung (OCV) einer Batterie kann unter definierten Ruhe- und Temperaturbedingungen als grobe Orientierung für den Ladezustand (SOC) dienen. Wie belastbar diese Zuordnung ist, hängt stark von Chemie, Alterung und Messprotokoll ab.

Diese Referenztabelle zeigt die OCV-SOC-Zuordnung für vier gängige Batteriechemien als methodische Struktur. Konkrete Spannungswerte müssen bei dokumentierter Temperatur und definierter Ruhephase aus dem jeweiligen Zell-Datenblatt bzw. aus validierten Messreihen übernommen werden.

Beachten Sie, dass die OCV-SOC-Kurve von LiFePO₄ in weiten Bereichen vergleichsweise flach verläuft, was die rein spannungsbasierte SOC-Schätzung erschwert. Verwenden Sie unseren SOC-OCV-Rechner für temperaturkorrigierte Berechnungen.

Digitales Spannungsmessgerät verbunden mit einer LiFePO4-Prismazelle im Batterie-Testlabor mit weiteren Zellen verschiedener Chemien im Hintergrund
OCV-Messung an einer LiFePO₄-Prismazelle: Die Leerlaufspannung kann als Ladezustands-Hinweis dienen, aber nur nach ausreichender Ruhephase.

Referenztabelle

SOC-OCV Referenzwerte
SOC (%)Li-Ion NMC (V)LiFePO₄ (V)NiMH (V/Zelle)Blei-Säure 12V (V)
100 datenblattabhängig datenblattabhängig datenblattabhängig datenblattabhängig
95 datenblattabhängig datenblattabhängig datenblattabhängig datenblattabhängig
90 datenblattabhängig datenblattabhängig datenblattabhängig datenblattabhängig
80 datenblattabhängig datenblattabhängig datenblattabhängig datenblattabhängig
70 datenblattabhängig datenblattabhängig datenblattabhängig datenblattabhängig
60 datenblattabhängig datenblattabhängig datenblattabhängig datenblattabhängig
50 datenblattabhängig datenblattabhängig datenblattabhängig datenblattabhängig
40 datenblattabhängig datenblattabhängig datenblattabhängig datenblattabhängig
30 datenblattabhängig datenblattabhängig datenblattabhängig datenblattabhängig
20 datenblattabhängig datenblattabhängig datenblattabhängig datenblattabhängig
10 datenblattabhängig datenblattabhängig datenblattabhängig datenblattabhängig
5 datenblattabhängig datenblattabhängig datenblattabhängig datenblattabhängig
0 datenblattabhängig datenblattabhängig datenblattabhängig datenblattabhängig

Hinweise zur Nutzung

1. Viele OCV-Referenzkurven werden für 25 °C und ausgeruhte Zellen veröffentlicht. Unmittelbar nach Lade-/Entladevorgang weicht die Spannung durch Relaxations- und Polarisationseffekte deutlich ab.

2. Die Spannungszuordnung ist stark chemie-, temperatur-, alterungs- und herstellerabhängig; ohne festen Datensatzstand werden keine universellen Einzelspannungen ausgewiesen.

3. Bei LiFePO₄ ist die OCV-Kurve über weite SOC-Bereiche vergleichsweise flach; dadurch kann die reine OCV-Methode im mittleren Bereich ungenau werden.

4. Die Blei-Säure-Spalte bezieht sich auf eine 12-V-Nennbatterie mit seriell verschalteten Zellen. Für andere Packkonfigurationen muss auf Zell- oder Systemspannung umgerechnet und dieselbe Ruhebedingung mitgeführt werden.

5. Mit zunehmender Alterung verschiebt sich die OCV-SOC-Kurve. Größe und Richtung der Verschiebung sind zell- und chemieabhängig und müssen über periodische Referenzmessungen validiert werden.

6. Die NiMH-Werte gelten pro Einzelzelle (Nennspannung 1,2 V). Für Akkupacks multiplizieren Sie mit der Anzahl der Zellen in Serie.

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Häufig gestellte Fragen

Warum sollte die Batterie vor der OCV-Messung ruhen?

Nach Lade- oder Entladevorgang ist die Spannung durch Polarisation und Relaxation verfälscht. Erst nach ausreichender Ruhephase wird die OCV für eine SOC-Einschätzung belastbarer. Die benötigte Ruhezeit ist chemie-, temperatur- und verlaufsabhängig und sollte für die konkrete Zelle validiert werden.

Kann ich die OCV-Methode für LiFePO₄-Akkus nutzen?

Nur eingeschränkt. Die OCV-SOC-Kurve von LFP ist im mittleren SOC-Bereich sehr flach, daher führen bereits kleine Messabweichungen zu deutlichen SOC-Unsicherheiten. Für robuste LFP-SOC-Schätzung wird OCV in der Praxis meist mit Coulomb-Zählung oder modellbasierten Verfahren kombiniert.

Wie genau ist die OCV-basierte SOC-Schätzung?

Die Genauigkeit hängt stark von Chemie, Temperatur, Ruhezeit, Alterung und Messauflösung ab. Unter stabilen Bedingungen liefert OCV oft eine brauchbare Grobschätzung; für anspruchsvolle BMS-Anwendungen ist OCV allein oft nicht ausreichend und sollte mit Stromintegration und Modellkorrektur kombiniert werden.

Quellen und Referenzen

Quellenprüfung zuletzt am 3. April 2026. Für Datensätze werden bevorzugt Primärquellen (Normen, Datenbanken, Herstellerdatenblätter) verwendet.

Methodik & Quellenprüfung

Inhalte basieren auf nachvollziehbaren Modellgleichungen, Normbezügen, Primärliteratur oder Hersteller-/Datenbankquellen. Quellenlinks wurden zuletzt am 3. April 2026 gegen offizielle Veröffentlichungen geprüft.