Kennlinienschar-Generator

Generieren Sie ID-VDS (MOSFET) oder IC-VCE (BJT) Kurvenfamilien mit Sättigungsgrenzen, λ-Modulation und Early-Effekt.

Physikalische Modelle

Der Generator berechnet die Ausgangskennlinien mit folgenden Modellen:

MOSFET — Sättigungsbereich (VDS ≥ VGS-Vth) ID = K × (VGS - Vth)² × (1 + λ × VDS)
MOSFET — Linearer Bereich (VDS < VGS-Vth) ID = K × [2(VGS-Vth)VDS - VDS²] × (1 + λ × VDS)
BJT — Aktiver Bereich (Early-Effekt) IC = β × IB × (1 + λ × VCE)

Der Parameter λ (Kanallängenmodulation / Early-Effekt⁻¹) bestimmt die Steigung im Sättigungsbereich. λ = 0 ergibt ideal flache Kurven.

Drei-Bereiche-Modell

VDS (V) ID (mA) Sperrbereich (VGS < Vth) Linear Sättigung VDS = VGS-Vth VGS = 2V VGS = 3V Abb. 1: MOSFET-Arbeitsbereiche — die Parabel VDS = VGS-Vth trennt den linearen Bereich (links) von der Sättigung (rechts).

Normen & Standards

Norm Bezeichnung Anwendungsbereich
DIN EN 60747-8 Feldeffekt-Transistoren Messvorschriften für MOSFET-Kennlinien: ID-VDS, ID-VGS Transfer, Durchbruchspannung, RDS(on).
DIN EN 60747-6 Bipolare Transistoren Messvorschriften für BJT: IC-VCE Ausgangskennlinie, IC-VBE Transferkennlinie, hFE-Messung.
IEC 60747-2 Rectifier diodes Allgemeine Prüf- und Messverfahren für Halbleiterbauelemente, einschließlich Parameterdefinitionen.
BSIM4 MOSFET Model Industriestandard SPICE-Modell für MOSFETs: Level-2 Parameter (Vth0, KP, LAMBDA) für Kennliniensimulation.

Fachbegriffe (Glossar)

Kennlinienschar
Kurvenfamilie: ID vs. VDS für verschiedene VGS (MOSFET) oder IC vs. VCE für verschiedene IB (BJT). Zeigt alle Betriebspunkte.
Übersteuerungsspannung (VOV)
VOV = VGS - Vth. Bestimmt den Drainstrom und die Sättigungsspannung. VOV > 0: Transistor leitet.
Kanallängenmodulation (λ)
Ursache der endlichen Ausgangsleitfähigkeit im Sättigungsbereich. Verkürzung des effektiven Kanals bei hohem VDS. λ = 1/VA.
Early-Spannung (VA)
BJT-Parameter: Schnittpunkt der IC-VCE-Kurven (extrapoliert). Typisch 50-200V. VA = 1/λ. Hohe VA → flache Kurven → gute Stromquelle.
Linearer Bereich
VDS < VGS - Vth: MOSFET als spannungsgesteuerter Widerstand. ID steigt nahezu linear mit VDS.
Sättigungsbereich
VDS ≥ VGS - Vth: MOSFET als Stromquelle. ID nahezu konstant (moduliert durch λ).

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Kennlinienschar?

Eine Kennlinienschar (Kurvenfamilie) zeigt den Drain-/Kollektorstrom als Funktion der Drain-Source-/Kollektor-Emitter-Spannung für verschiedene Gate-/Basisansteuerungen. Sie ist das zentrale Werkzeug zur Transistorcharakterisierung.

Wie lese ich eine MOSFET-Kennlinienschar?

X-Achse: VDS (Drain-Source-Spannung). Y-Achse: ID (Drainstrom). Jede Kurve: eine Gate-Spannung VGS. Links: linearer Bereich (VDS < VGS-Vth). Rechts: Sättigungsbereich (VDS > VGS-Vth). Die Kurvenknicks markieren die Sättigungsspannung.

Was ist der λ-Parameter?

λ (Lambda) ist der Kanallängenmodulationsparameter (V⁻¹). Er beschreibt die Steigung im Sättigungsbereich: ID = K(VGS-Vth)²(1+λVDS). Typisch: 0,01-0,1 V⁻¹. λ = 0 ergibt ideale flache Sättigung. Entspricht ro = 1/(λ×ID).

Was ist K (Transkonduktanzparameter)?

K = ½ × µn × Cox × W/L. Einheit: mA/V². Bestimmt die „Steilheit" der Kennlinie. Größeres W/L (breiter Kanal, kurzer Kanal) → höheres K → höherer Strom bei gleichem VGS.

Was ist der Early-Effekt?

Beim BJT beschreibt der Early-Effekt die Zunahme von IC mit VCE im aktiven Bereich: IC = β×IB×(1+VCE/VA). VA (Early-Spannung, typisch 50-200 V) bestimmt die Steigung. Kleines VA → starke Steigung → hohe Ausgangsleitfähigkeit.

Was ist VDS,sat?

Die Sättigungsspannung VDS,sat = VGS - Vth (Übersteuerungsspannung). Unterhalb: linearer Bereich (Transistor als variabler Widerstand). Oberhalb: Sättigungsbereich (Transistor als Stromquelle).

Wie berechnet sich ID im linearen Bereich?

ID = K × [2(VGS-Vth)VDS - VDS²] × (1+λVDS). Im linearen Bereich verhält sich der MOSFET wie ein spannungsgesteuerter Widerstand mit RDS ≈ 1/(2K×(VGS-Vth)).

Was unterscheidet NMOS und PMOS?

NMOS: positive VGS, positiver ID, positive VDS. PMOS: negative VGS (Betrag > |Vth|), negativer ID, negative VDS. Zur Vereinfachung arbeitet dieser Rechner mit Beträgen. Schaltungstechnisch: PMOS ist komplementär.

Wie simuliere ich die Kennlinienschar in SPICE?

LTspice: .DC VDS 0 10 0.1 VGS 1 5 1 — swept VDS von 0-10V bei VGS 1-5V im 1V-Schritt. Dann ID(M1) auf der Y-Achse plotten. Die SPICE-Parameter Vth0, KP, LAMBDA entsprechen unseren Vth, K, λ.

Wofür brauche ich Kennlinienscharen?

Verstärkerdesign (Q-Punkt wählen), Schalterdesign (ON-Widerstand), Last-Matching, thermische Analyse (SOA-Grenzen), Modellvalidierung (Mess- vs. Modellkurven). Unverzichtbar für analoges Schaltungsdesign.

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